Website Relaunch – diese Dinge sollten Sie beachten

Website Relaunch Titelbild

Ein Website Relaunch gehört zum natürlichen Lebenszyklus einer jeden Website und lässt sich auf Dauer nicht vermeiden, egal wie gewissenhaft und gut das Konzept ausgearbeitet wurde. Bei einem Website Relaunch gibt es dabei unglaublich viel zu beachten. Designer, Entwickler, Entscheidungsträger, Online Marketing Spezialisten und Content-Produzenten müssen an einem Strang ziehen um aus einem komplexen Gebilde ein noch besseres komplexes Gebilde zu machen. Die größte Sorge bei einem Website Relaunch ist dabei meistens die, dass die bisher guten Besucherzahlen durch Rankingverluste bei Google einbrechen. Doch wenn man die Sache richtig und gut durchdacht angeht, kann ein Neustart der Website sogar gewinnbringend sein.

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“ – Friedrich Schiller

First things first – was ist überhaupt der Unterschied zwischen Website Relaunch und Website Redesign?

Bei einem Website Relaunch werden sowohl Inhalte, als auch das Design einer bestehenden Website maßgeblich verändert. Von einem Website Redesign spricht man hingegen, wenn sich nur das Design einer Website ändert.

In den letzten Jahren schwappt dabei meistens eine Website Relaunch-Welle durchs Netz. Ein wichtiger Grund hierfür ist vorallem der Zuwachs an mobilen Endgeräten und ein erforderliches neues Layout, welches sich flexibel an die verwendete Bildschirmgröße des Nutzers anpasst (Stichwort Responsive Webdesign). Viele Unternehmen nutzen hier natürlich direkt die Möglichkeit neben einem responsiven Design auch Inhalte und Struktur der alten Website neu zu überdenken.

1. Konzeption und Planung des Website Relaunch

Die Konzeption und Planung sind ein maßgebender Erfolgsfaktor für das Gelingen eines Website Relaunches. Eine Bestandsaufnahme und die Analyse der bisherigen Website kann hier schnell deutlich machen, an welchen Stellen Optimierungspotentiale liegen. Hier gibt es viele – sehr viele -Fragen, die zunächst beantwortet werden sollten:

  • Welche Gründe gibt es für den Website Relaunch? Beispiel: „Der Mitbewerber hat jetzt auch eine neue Website.“ Hier stellt sich die Frage, ob er damit auf die Anforderungen des Marktes reagiert hat oder ob er andere Gründe dafür hatte und wenn ja, ob diese auch für Sie gelten?
  • Ist ein Website Relaunch wirklich erforderlich? Inwiefern wirkt er sich auf die Erfüllung des Zwecks Ihrer Website aus? Würde eine neue Website helfen? Wenn ja, wie?
  • Was wollen Sie mit dem Website Relaunch erreichen? Welche Ziele haben Sie? (z.B.: Image verbessern, Neukunden gewinnen, Kundenbindung stärken etc.)
  • Welche Zielgruppe wollen Sie mit der neuen Website ansprechen?
  • Was hat sich auf der alten Website bewährt und was muss anders gemacht werden?
  • Soll das bisherige CMS weiter genutzt werden oder bringt ein Wechsel Vorteile?
  • Welche Menüpunkte sollen von der alten Website übernommen werden und welche neuen Menüpunkte kommen dazu?
  • Welche Inhalte sollen von der alten Website übernommen werden? Welcher und wie viel Content ist nötig und an welcher Position? Dient der Content nur Ihrer Selbstdarstellung oder ist es wirklich das, was Ihre Zielgruppe interessiert?
  • Welche Struktur ist zielführend?
  • Für welche Keywords soll die neue Website optimiert werden? Gibt es Budget für eine kontinuierliche Suchmaschinenoptimierung?
  • Wann soll der Website Relaunch durchgeführt werden bzw. wann sollte die neue Seite online gestellt werden?
  • Wollen Sie beim bisherigen Webhoster bleiben oder bringt ein Wechsel des Webhosters Vorteile?
  • Ist Barrierefreiheit ein wichtiges Thema? (z.B. für blinde Personen)
  • Wer kümmert sich um was?

Einige gute Gründe, die für einen Website Relaunch sprechen wären:

  • Das aktuelle CMS bereitet mehr Schwierigkeiten, als dass es Vorteile mit sich bringt oder man hatte bisher gar kein CMS und möchte nun eines nutzen
  • Die alte Website ist technisch veraltet und führt immer wieder zu Fehlermeldungen
  • Die alte Website soll auch auf mobilen Endgeräten nutzerfreundlich dargestellt werden (Responsive Design)
  • Die Unternehmensstruktur und/oder -philosophie hat sich geändert
  • Sie wollen Ihr Image aufpolieren
  • Sie wollen Ihre Sichtbarkeit bei Google nachhaltig verbessern

2. Entwicklung des neuen Designs / Layouts

2.1 Inhaltserstellung

Die Planung und Erstellung der Inhalte ist ein entscheidender Faktor dafür, ob Sie mit Ihrer neuen Website Erfolg haben oder nicht. Deswegen sollten Sie hier ausreichend viel Zeit einplanen oder die Texte ggbf. in professionelle Hände auslagern. Einzigartige Texte mit Mehrwert sind nicht nur ein bedeutender Rankingfaktor bei Google, sondern wirken sich auch auf die Conversion Rate Ihrer Website aus. Finden Nutzer Ihren Content langweilig oder irrelevant, springen sie schnell wieder ab, wohingegen guter und informativer Content auch gerne mit anderen geteilt wird und daher zur Stärkung Ihrer Marke beiträgt.

Anstatt sich mit langweiligen Floskeln wie „Herzlich willkommen auf unserer Website!“ aufzuhalten, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Nutzer mit Ihren Inhalten fesseln und überzeugen können. Erzählen Sie nicht direkt zu Beginn ausschweifend von Ihrem Unternehmen, sondern nutzen Sie die Vorteilskommunikation um Besucher neugierig zu machen und zum Verweilen auf Ihrer Website zu bewegen. Durch die Informationsflut im Internet heutzutage ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu beschränken und dafür zu sorgen, dass der Nutzer alle für ihn relevanten Informationen auf Anhieb findet. Zudem sollten Sie nicht einfach „blind“ die Inhalte Ihrer bisherigen Website übernehmen und kopieren, sondern genau auswählen, welche Inhalte übernommen werden können und welche Inhalte aktualisiert oder optimiert werden müssen.

Hier noch einige Tipps zur richtigen Inhaltserstellung:

  • Nutzen Sie klare und neugierig machende Überschriften. Jede Unterseite sollte dabei eine Hauptüberschrift haben (h1), in welcher das Hauptkeyword enthalten ist.
  • Neben einer Hauptüberschrift sollten Sie entsprechend der Textlänge eine angemessene Anzahl an Zwischenüberschriften setzen.
  • Kopieren Sie keinesfalls Texte von Mitbewerbern, sondern setzen Sie auf einzigartigen Content.
  • Platzieren Sie Ihr Hauptkeyword angemessen oft (!) innerhalb des Textes, so dass es nicht erzwungen klingt. Texte sollten immer für den Leser geschrieben werden und nicht für Suchmaschinen.
  • Nutzen Sie auch Synoynme für Ihr Hauptkeyword innerhalb des Textes.
  • Texte sollten mindestens 600 Wörter lang sein. Je populärer das Keyword, desto mehr Text ist besser, vorausgesetzt dieser bietet Nutzern echten Mehrwert. Doch vorsicht: zu viel Text ist wiederum auch nicht gut, da der Google-Crawler nur über begrenzte Kapazitäten verfügt. Ihre Texte sollten also nicht mehr als ca. 3500 Wörter enthalten (je Seite).
  • Achten Sie auf eine gute Lesbarkeit der Texte, z.B. mithilfe von Absätzen, Grafiken oder Aufzählungszeichen.
2.2 Design

Das Design einer Website muss sich heute ganz anderen Herausforderungen stellen als noch vor ein paar Jahren. Im Zuge des Website Relaunch wird das Design und das Layout der Website also auch so angepasst, dass es für Mobilgeräte optimiert ist. Auch hier gibt es einige Fragen, die beim Website Relaunch zu beantworten sind:

  • Besteht ein Corporate Design, das beibehalten werden soll? Welche Hauptfarben hat das Unternehmen? Gibt es eine Hausschrift, welche auch auf der Website übernommen werden soll?
  • Gibt es ein Logo, welches im Vektorformat zur Verfügung steht? Falls nein: sollte ein neues Logo erstellt werden / das bisherige Logo überarbeitet bzw. modernisiert werden?
  • Soll ein fertiges Template genutzt und an Ihre Bedürfnisse angepasst werden oder soll ein individuelles Design erstellt werden?
  • Welche Bilder sollen auf der neuen Website platziert werden? Brauchen Sie neue, aktuellere Bilder? Wenn ja, benötigen Sie hierfür einen Fotografen? Sollen Bilder über eine Stock-Agentur wie Fotolia, Shutterstock etc. erworben werden? Wer kümmert sich um die Bildrecherche?
  • Gibt es zusätzliches Material, welches Sie auf der Website veröffentlichen können? Z.B. Videos, Infografiken, Checklisten etc.
  • Gibt es Webseiten, die Ihnen gefallen? Wenn ja, was gefällt Ihnen an diesen besonders?
  • Was ist Ihr favorisierter Design-Stil? (z.B. schlicht, modern, verspielt, traditionell, bunt etc.)
  • Muss auch Ihre Geschäftsausstattung angepasst werden? Briefpapier, Visitenkarte etc.
  • Wie sieht es mit der Usability aus? Worauf legen Nutzer hier besonders wert?

Anhand eines statischen Mockups können Sie sich kaum vorstellen, wie Ihre Website sich später anfühlt. Deswegen ist es wichtig, bereits früh Zugang zu einer Entwicklungsumgebung zu erhalten, um direkt einen Eindruck der Usability und vom gesamten Interface zu bekommen. Es empfiehlt sich daher, eine Testumgebung zu schaffen, auf welcher ein erster Prototyp der neuen Website erstellt werden kann. Mithilfe der Testumgebung bleibt Ihre alte Website bis zum Go-Live der neuen Website für Besucher verfügbar. Das ist wichtig, damit Besucher, die in dieser Zeit auf Ihre Website kommen, nicht ins Leere laufen.

2.3 Schritt – Struktur

Bereits bei der Planung sollten Sie sich die grundlegende Strukturierung Ihrer neuen Website überlegen. Welche Inhalte sollen wo positioniert werden? Wie sieht es aus der Sicht des Nutzers und dessen Erwartungshaltung aus? Wo vermutet er welche Inhalte und wie können Sie dafür sorgen, dass er die Informationen, welche er sucht, auf Anhieb findet?

An dieser Stelle noch eine kleine Checkliste für eine gute Seitenstruktur:

  • Sind Inhalte gemäß der Nutzererwartung platziert?
  • Ist die Navigation verständlich und klar strukturiert?
  • Gibt es eine flache Hierarchie (max. 3-4 Ebenen)?
  • Ist die Klickpfadlänge angemessen? Braucht der Nutzer maximal 3-4 Klicks zu allen Seiten und maximal einen Klick bis zu Ihren Kontaktinformationen?
  • Ist die URL-Struktur optimiert? (Tipp: verwenden Sie kurze URLs | das Hauptkeyword sollte in der URL enthalten sein | es sollten sich keine unverständlichen Parameter in der URL befinden wie z.B. ?id=n | vermeiden Sie Großschreibung in den URLs | nutzen Sie als Trennzeichen „-„)
  • Wie sieht es mit der internen Verlinkung aus?

3. Go-Live und Rankingverluste vermeiden

Auch wenn Sie den Website Relaunch bisher perfekt angegangen sind, stellt der Umzug der Website von der Testumgebung zur endgültigen Domain noch die größte Hürde dar. Auch hier ist Planung das A und O. Bevor der Umzug gestartet wird, sollte überprüft werden, wann der Traffic auf der Website am höchsten und wann am niedrigsten ist, um die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher auf einer Fehlerseite landen, zu reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Schritt vor dem endgültigen Website Relaunch ist die korrekte Einrichtung von 301-Weiterleitungen. Hier passiert einer der häufigsten Fehler, der zum viel gefürchteten Rankingverlust führt. Bei einem Website Relaunch verändert man in der Regel Verzeichnisse, benennt Seiten um und löscht alte Seiten. Das führt dazu, dass die Einträge bei Google und Co.  ohne korrekte Weiterleitung ins Leere führen. Statt der angeforderten Seite erhalten sowohl Besucher als auch Suchmaschinen-Bots eine 404-Fehlerseite mit der Information, dass die angeforderte Seite nicht existiert. Da jedoch das oberste Ziel der Suchmaschinen dasjenige ist, den Nutzern relevante Suchergebnisse zu präsentieren, führen solche 404-Fehlermeldungen in gehäufter Form letztendlich zum Rankingverlust oder im schlimmsten Fall sogar zum kompletten Ausschluss aus dem Index.

Jede Seite sollte mittels eines Redirects also nun auf die neue Adresse umgeleitet werden, um solche Fehlermeldungen zu vermeiden. Die permanente 301-Weiterleitung ist hierbei das Mittel zur Wahl. Eine Seite, die gelöscht wurde, zeigt mittels des Redirects dann automatisch auf die Startseite, Besucher laufen also nicht mehr ins Leere. Auch dem Verlust von Backlinks beugt man so sicher vor. Weiterleitungen richtet man üblicherweise über die .htaccess Datei oder direkt über das CMS (beispielsweise über ein Plugin) ein.

Noch einige weitere Tipps, die vor dem endgültigen Website Relaunch beachtet werden sollten:

  • Auch bei der größten Sorgfalt wird hin und wieder eine Weiterleitung vergessen oder fehlerhaft implementiert. Mithilfe einer guten 404-Fehlerseite können Besucher dennoch abgeholt und auf die gesuchte Information weitergeleitet werden. So sorgen Sie dafür, dass die Absprungrate so gering wie möglich bleibt.
  • Vergessen Sie nicht nach dem Website Relaunch eine neue Sitemap mit allen neuen Seiten anzulegen und diese sowohl auf Ihren Server, als auch in der Google Search Console hochzuladen.
  • Überprüfen Sie Ihre Website auf Broken Links, z.B. mit dem kostenlosen Broken Link Checker.
  • Überprüfen Sie auch die Ladezeit Ihrer neuen Website, z.B. mit dem kostenlosen PageSpeed Insights.
  • Sichern Sie vor dem Website Relaunch in jedem Fall Ihre bisherigen Daten!
  • Wahlweise können Sie natürlich auch Ihre Besucher nun über den Website Relaunch informieren und darauf hinweisen, dass diese Sie bei Auffälligkeiten in Verbindung mit der neuen Website kontaktieren dürfen bzw. ihr Feedback dazu abgeben können. Auch eine Umfrage kann hilfreich sein um zu überprüfen, wie die neue Website bei den Besuchern ankommt.
  • Beantragen Sie bei Google über die Google Search Console manuell die Indexierung Ihrer neuen Website. Falls Sie zusammen mit dem Website Relaunch auch Ihre Domain gewechselt haben, sollten Sie – ebenfalls über die Google Search Console – Google über die Adressänderung informieren.

4. Sichtbarkeit und Ranking im Auge behalten

Nach dem Website Relaunch sollten Sie die Indexierung und das Ranking Ihrer Website stets im Blick behalten. Überprüfen Sie, ob Sie Rankingverluste verzeichnen und ob neue Seiten richtig indexiert werden. Auch Besucherzahlen sollten Sie kontrollieren, beispielsweise mithilfe von Google Analytics.

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