SEO – Engelchen und Teufelchen Techniken

Teil 1: Black Hat Techniken

Du hast eine super tolle und moderne Webseite, die du auch bei Google nach vorne pushen möchtest. Von allen Seiten hörst du Ratschläge, wie du deine Seite suchmaschinenoptimieren solltest und welche Techniken hilfreich sind. Da sind diejenige, die deine Website suchmaschinenfreundlich gestalten wollen und dir raten, Texte mit relevanten Keywords zu schreiben. Auf der anderen Seite sind da auch „Spezialisten“, die vor Jahren mal ihre Seite nach vorne gepusht haben und dir sagen, dass Keywords das Nonplusultra sind und du diese auch wahllos auf deiner Website platzieren kannst. Andere hingegen raten hiervon dringend ab, nennen dir andere Tipps und Tricks. Und…und… und. Dir raucht ehrlich gesagt schon der Kopf von den vielen gut gemeinten Ratschlägen. Du liest dich selbst in das Thema SEO Optimierung ein und hast schon einen recht guten Überblick an Möglichkeiten, die du umsetzen kannst. Und das möchtest du jetzt – schnell auf Seite 1 bei Google kommen. „Time“ ist schließlich „Money“, wie die Amis schön sagen.

Du sitzt an deinem Schreibtisch und dann kommen SIE.

Wer kennt sie nicht? Das süße und niedliche Engelchen, welches auf der rechten Schulter sitzt und dir ins Gewissen redet und appelliert, nur Gutes zu tun. Auf der linken Schulter das Teufelchen, das dir suggeriert: „Tu es! Es wird schon nichts passieren. Du brauchst doch die Kohle, oder?“ Und dabei hämisch grinst. Du greifst dir in die Hosentaschen: die sind leer. Du checkst dein Banking Online Konto: auch so ziemlich Ebbe, Tendenz rote Zahlen. Mist, du denkst an den schon geplanten Urlaub, die coole Jeans beim Laden um die Ecke und schwuppsdiwupps, der Kumpel auf der linken Schulterseite hat vielleicht gar nicht so unrecht.

Und du legst dich in Zeug, möchtest da etwas nachhelfen und dein Ranking in den Suchmaschinen künstlich verbessern.

Black-Hat-Techniken

  1. Keyword Stuffing

Der Kollege von nebenan gab dir doch den Tipp, deine Webseite mit Keywords zu füllen. Gesagt, getan: du stopfst deine Website, die Tags und Meta-Tags mit deinem Keyword „Sesselpupser“. Schließlich ist das ein super tolles Produkt, bekannt aus Kinderzeiten als „Furzkissen“, doch das hört sich doch etwas derbe an und hat ein Relaunch verdient. Du möchtest damit den Markt revolutionieren! Die Idee schlechthin… Die besten Ideen kommen doch beim wöchentlichen Stammtisch mit den Jungs…

Du wiederholst dein Keyword also mehrfach auf der Website, ohne jeglichen Sinn und Kontext. Sieht schon irgendwie doof aus. Du kommst auf die glorreiche Idee, das Keyword einfach in der gleichen Schriftfarbe wie deinen Hintergrund zu färben, manchmal wechselt du auch einfach zur Schriftgröße 0. Klasse! Wieder ein genialer Einfall von dir mit dem Hidden Content. Du bist einfach ein Genie! Susi von nebenan, die ein Praktikum in einer SEO-Agentur gemacht hat, rät dir dringend davon ab, das Keyword sollte im Verhältnis zum gesamten Text bei 3 – 5 % liegen. Der User sehe den Hidden Content zwar nicht, aber der Crawler der Suchmaschine sehr wohl. Du so: „Mensch Susi, genau das ist doch der Sinn!“ Und schüttelst dabei den Kopf: „Mädel, wer hat dich denn in die Agentur gelassen?“.

  1. Cloaking

Du bist jetzt so richtig in Fahrt, es kommt eine geniale Idee nach der anderen. Du präsentierst dem doofen Google Crawler auf der selben URL einen anderen Inhalt als deinen Besuchern. Die Website mit den unzähligen Keywords ist für den Crawler, schließlich soll er dich auf Seite 1 bei Google bringen. Deine Besucher sollen dein Produkt kaufen und nicht mit dem Keyword überflutet werden. Die bekommen dann ihre eigene Seite gezeigt. Problem gelöst. Du bist stolz auf dich und genehmigst dir erst einmal ein kaltes Bier. Susi ging dir mit ihrem Besserwisser-Gelaber ziemlich auf die Nerven, die hast du mittlerweile ausgesperrt und ignorierst ihr hysterisches Winken und mit den Armen um sich schlagen vorm Fenster. Mist, du hättest doch die Wohnung im Dachgeschoss nehmen sollen.

  1. Linkfarm

Genug ausgeruht, weiter geht´s. Beim Googlen erfährst du, dass du Backlinks setzen musst, also Rückverweise von anderen Websites auf deine Website, damit der Crawler erkennt, dass deine Website irgendwie wichtig ist, wenn sie schon andere nennen. Tssss, klar ist dein Produkt wichtig, du musst die Welt davon wissen lassen. Fleißig fängst du an, Backlinks zu setzen und nennst deine URL in sämtlichen Kommentaren und meldest dich bei unzähligen Portalen an. Ganz schön nervig und zeitaufwendig die ganze Sache, du musst das Fußballspiel mit den Jungs heute sausen lassen, dabei willst du Willi mal heute zeigen wo der Hammer hängt, nach seinem Foul vorige Woche. Dein Schienbein tut immer noch weh. Beim weiteren Surfen entdeckst du dabei eine Linkfarm. Ein Lichtblick im Tunnel, der Retter in Not. Dass du da nicht selbst auf die Idee gekommen bist: eine Sammlung von Websites, die nur das Ziel hat, viele Hyperlinks von anderen Seiten auf deine eigene Website zu ermöglichen. Content ist hier nicht nötig. Tadaa, wieder ein Problem weniger, das mit dem Backlinkaufbau war doch etwas sehr nervig, die Linkfarm kommt wie gerufen.

Der Fußballabend ist gerettet und Willi kann sich auf was gefasst machen.

  1. Doorway Pages

Willi hat es heute wieder mal übertrieben, der Blödian. Der scheint mich irgendwie auf dem Kicker zu haben, jetzt tut mir auch noch das linke Schienbein weh. Aber ein Schlawiner ist das schon, das Schlitzohr brachte mich auf die Idee, eine Doorway Page aufzubauen, d.h. eine Brückenseite, die speziell für Google aufbereitet ist und das Ziel hat, Besucher zu generieren und dann auf meine Webseite weiterzuleiten. Die Doorway Page ist extra für die Suchmaschine gut optimiert. Ich bestücke diese also mit viel Text, die selbstverständlich meine Keywords enthalten. Da Google Bilder nicht crawlen kann, sondern nur die Bildbeschreibung, lass ich das Bilder Gedöns und den ganzen Schnickschnack mit den Videos weg. Soll ich mir jetzt auch noch Gedanken ums Design machen? Nö, ich konzentriere mich lieber nur auf den Text. Ein Mehrwert für den User ist hier überbewertet, schließlich bekommt er diesen doch auf meiner tollen Website, die ich selbst erstellt habe. Und die Doorway Page soll schließlich auf Seite 1 ranken. Das Tolle dabei ist, dass meine Besucher die Doorway Page gar nicht zu Gesicht bekommen hihi. Willi riet mir, die Page nicht intern zu verlinken, sondern nur über Google erreichbar zu machen. Ich solle nur einen Link von der Doorway Page auf meine eigentliche Hauptseite setzen, einen Weg zurück gibt es auf die Doorway Page nicht, sie fungiert quasi als Einbahnstraße. Der Willi hat schon was drauf muss ich sagen und schick ihm eine Whatsapp Nachricht, dass alles toll funktioniert hat und bedanke mich für den Tipp.

Und da ist es wieder: das Engelchen. Es versucht laufend auf mich einzureden, ich solle das doch lassen, mit dem Penguin Update von Google in 2012 werden doch diese Techniken abgestraft. Das Engelchen ist schlimmer als Susi … Sie geht auch schon dem Teufelchen auf die Nerven, der ihr laufend versucht, den Mund zuzuhalten. Ich drehe die Musik lauter, um sie nicht mehr zu hören und träume von meinem nächsten Urlaub auf Malle.

  1. Duplizierung von Inhalt

Susi ist am Telefon und quatscht mich wieder mit irgendwelchem Nonsens zu. Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wovon sie spricht, interessiert mich auch nicht. Ich höre unbewusst nur, dass irgendetwas doppelt gemoppelt besser hält. Und da kommt wieder eines von meinen Geistesblitzen. Ich wimmle Susi ab, leg auf und mach mich an die Arbeit. Ich verdopple den Inhalt von meiner Website auf meine zweite URL! Dann crawlt Google die Seite zwei Mal und pusht mich nach oben. Cool. Also, dass ich da nicht vorher drauf gekommen bin! Susi scheint auch mal für was gut zu sein.

Um mich etwas abzulenken surfe ich etwas im Netz und bemerke, dass dieser coole Star Trek Shop auf Seite 1 ist. Wow, die scheinen ihr Handwerk zu verstehen, da könnte ich mir eine Scheibe von abschneiden. Warte mal, die haben bestimmt einen super suchmaschinenoptimierten Text. Den kopiere ich mir einfach auf meine Seite und lande auch auf Platz 1, wenn Google das nächste Mal meine Website crawlt. Genial! Ich halt wieder und check ab mit dem Teufelchen auf der linken Seite. Ist schön mal wieder ein Lob zu hören: „Gib mir 5 mein Junge, bin stolz auf dich!“. Ach Papa, ich vermiss dich … 

  1. Einbindung fremder Markennamen im Meta-Tag

So, Zeit für einen chilligen TV-Abend. Schaue mir im Fernseher einen spannenden Thriller an und kann nicht fassen, dass genau im spannendsten Moment der Werbeblock anfängt. Grrrr, welcher Depp ist für die Planung zuständig?! Auf meine To Do Liste kommt ein Beschwerdebrief an den Verantwortlichen. Und da ist sie wieder, die Werbung von PippiTakka. Egal, wo du hinschaust, hinhörst, sie sind überall. Im Radio hört man den Werbe-Gig, im TV läuft ständig deren Werbespot, auf sämtlichen Websites erscheint der Werbebanner. Jeder fährt auf diese Bonbons ab und schieb mir beim Überlegen ein paar von den Dingern in den Mund. Aber warte mal, wenn die so bekannt sind, könnte ich doch auch davon profitieren?! Genau, ich nenne deren Markennamen einfach auf meiner Website, am besten zuerst im Meta-Tag, fällt nicht zu sehr auf. Habe keine Lust auf irgendeine Abmahnung von dem Laden. Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen. Gesagt, getan: PippiTakka im Meta-Tag. Erledigt.

Das Engelchen bekommt am laufenden Band Schnappatmung und das Teufelchen lehnt sich zufrieden zurück. Auftrag erledigt.

Jetzt kann nichts mehr schief gehen: Suchmaschinenoptimierung erledigt und die Erfolgskurve kann beginnen. Aber warte mal, wieso tut sich hier nichts? Ich bin auf einmal gar nicht mehr in den Suchmaschinen! Irgendwas scheint mächtig schief zu laufen.

Bedröppelt laufe ich zum nächsten Späti und treffe auf Susi, der ich mein Leid klage. Sie steht vor mir, verschränkt die Arme, schaut mich durch ihre rosa Hornbrille an und da kommt er wieder durch, der Klugscheißer: „Paul, ich hab´s dir gesagt. Mach das nicht, aber du wolltest mir nicht zuhören. Das hast du jetzt davon. Eine künstliche Verbesserung des Rankings bei Google und anderen Suchmaschinen wird abgestraft. Du hast sämtliche unerlaubte Maßnahmen eingesetzt, die du überhaupt nutzen konntest, sog. Black-Hat-Techniken. Erkennt Google diese, bist du weg vom Fenster. Es existiert auch ein Selbstregulationsmechanismus, d.h. wenn jemand solche unerlaubten Maßnahmen entdeckt, kann er dies bei Google melden; wird oft vom Wettbewerb gemacht, ist doch ein gefundenes Fressen für die. Bestätigt sich die Anschuldigung, wird die Website aus den Indizes der Suchmaschinen verbannt, entweder für einen Monat oder längere Zeit, je nachdem wie schwer der Verstoß ist. Und du hast ja die volle Bandbreite der Black Hat Techniken genutzt. Aber jetzt mal ehrlich Paul: die Sesselpupser Sache ist doch eh ´ne Schnapsidee gewesen hihi …“. Susi erzählt mir ausführlich alles über die Techniken und was ich falsch gemacht habe.

Was Susi alles so weiß, vielleicht ist sie doch ´ne coole Socke und wie sie so dasteht, mit ihren Sommersprossen im Gesicht und den rosa Haaren …

Meanwhile:

Susi hat mittlerweile bei der Online Marketing Agentur Pixeltale (pixeltale.de) angefangen.

Ich glaube, ich lasse mich von denen mal professionell zum Thema Online Marketing beraten, ich habe da wieder so eine geniale Idee…
Und Susi sehe ich dann auch wieder ?.

 

Beim nächsten Mal erfährt ihr, was Pixeltale Paul rät und welche White Hat Techniken ihr nutzen könnt. Und vor allem: wie geht es weiter mit Susi?
Stay tuned.

 

Fazit:

Wieso solltest du bei SEO Techniken auf den guten Engel hören? Ganz einfach: weil er Recht hat und dich vor Blödsinn schützt!

Nutze also die vom Engelchen vorgeschlagenen White Hat Techniken. Mehr dazu demnächst, exklusiv im Pixeltale Blog.

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