Was ist eigentlich Inbound Marketing?

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Inbound Marketing Definition: Was ist Inbound Marketing?

Inbound Marketing ist eine webbasierte Marketingdisziplin, die darauf abzielt, potenzielle Kunden durch interessante und nützliche Inhalte freiwillig anzuziehen, statt sich ihnen wie bisher mit lästigen Werbebotschaften aufzudrängen.

Der Begriff Inbound Marketing geht auf die beiden HubSpot-Gründer Brian Halligan und Dharmesh Shah zurück und ist primär ein Instrument zur digitalen Leadgenerierung.

Inbound Marketing vs. Outbound Marketing

Inbound Marketing unterscheidet sich vom traditionellen Outbound Marketing im Wesentlichen dadurch, dass der Kunde freiwillig und von selbst auf ein Unternehmen zukommt, sobald er einen Bedarf entdeckt. Passende Anbieter findet er dann beispielsweise, weil er bei seiner Recherche über Google auf die jeweilige Webseite gelangt und die dargebotenen Inhalte als nützlich empfindet. Oder weil er in sozialen Medien durch einen interessanten Post auf ein Unternehmen aufmerksam geworden ist.

Beim Outbound Marketing (oft auch als „Old Marketing“ bezeichnet) versuchen Unternehmen stattdessen aktiv Kunden zu umwerben, beispielsweise mittels Kaltakquise, TV Werbung, Plakatwänden, Printanzeigen, Flyer usw. Weil es Empfänger meistens bei einer anderen Tätigkeit unterbricht, hat es auch den Beinamen „Interruption Marketing“.

Das Ziel des Outbound Marketings ist es fast immer, mittels Werbebotschaften eine möglichst große Reichweite zu erzielen. Durch eine größere Masse an Werbeempfängern erhofft man sich so, Kunden für das eigene Angebot zu finden. Ganz nach dem Motto „Irgendjemand wird schon Interesse an unseren Produkten haben. Wir müssen nur so viele Menschen wie möglich erreichen.“

Da viele Methoden des Outbound Marketings nicht auf spezielle Zielgruppen ausgerichtet sind, ist der Streuverlust hier aber entsprechend groß. Denn die meisten Konsumenten, die Ihre Werbung sehen, haben zurzeit überhaupt gar keinen Bedarf nach Ihren Produkten und blenden die als penetrant empfundene Werbung daher einfach aus (Werbeblindheit). Dies belegen auch folgende Statistiken:

  • 87% der Menschen wechseln bei TV Werbung den Kanal (Quelle: Süddeutsche)
  • 45% der Menschen lassen Werbebriefe ungeöffnet (Quelle: Statista)
  • 84% der 25-34 Jährigen verlassen eine Webseite aufgrund störender Werbung wieder genervt (Quelle: Hubspot)
  • Über 2 Millionen Deutsche haben sich in die Robinsonliste eintragen lassen, weil sie keine unaufgeforderte Werbung möchten

So bevorzugen auch immer mehr Nutzer Dienste wie Netflix oder Spotify. Zum einen aufgrund der Wahlfreiheit des Programms, zum anderen aber auch, um der Reizüberflutung durch Werbebotschaften zu entkommen.

Zwar können Sie mittels Outbound Marketing nach wie vor die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden auf sich ziehen. Im Vergleich zum Inbound Marketing erweist es sich aber als deutlich kostspieliger.

Vorteile des Inbound Marketings

Vergleicht man Inbound Marketing mit klassischen Werbemethoden, liegen die Vorteile auf der Hand:

Bessere Zielgruppenansprache

Mit Inbound Marketing erreichen Sie diejenigen Konsumenten, die bereits ein konkretes Interesse an Ihren Produkten oder Dienstleistungen geäußert haben. Zielgerichtete Inhalte sorgen dafür, dass Sie Menschen mit fester Kaufabsicht magnetisch anziehen, statt wie beim Outbound Marketing ins Blaue zu werben.

Das minimiert den Streuverlust, sorgt für qualifizierte Leads und reduziert unnötige Werbekosten.

Messbare Ergebnisse

Durch passende Analyse und Tracking Tools sind Auswirkungen und Erfolge der Inbound Marketing Methode jederzeit messbar. Bei klassischen Kampagnen wie dem Verteilen von Flyern lässt sich hingegen nur schwer einschätzen, wie viele Empfänger den Flyer interessant fanden, wie viele ihn unbeachtet in den Müll geworfen haben und wie viele Menschen Sie mithilfe des Flyers als Neukunden gewinnen konnten.

Beim Inbound Marketing können Sie genau sehen, welche Inhalte konsumiert werden und welchen Weg Ihr Kunde vom Erstkontakt bis zum Kaufabschluss durchläuft.

Dies liefert wichtige Erkenntnisse über das Kaufverhalten und die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe, die Sie zur weiteren Optimierung Ihrer Inhalte heranziehen können.

Kosteneffizienz

Durch Inbound Marketing gewonnene Neukunden und Leads sind durchschnittlich rund 60 Prozent günstiger als Kontakte, die über das klassische Outbound Marketing zustande kommen.

Damit ist Inbound Marketing deutlich kosteneffizienter als Outbound Marketing.

Nachhaltigkeit

Die Investition in Inbound Marketing zieht nachhaltige Erfolge mit sich. Denn einmal erstellte hochwertige Inhalte locken auch noch nach vielen Jahren potenzielle Käufer zu Ihrem Angebot.

Expertenstatus

Durch hochwertigen und nützlichen Content liefern Sie Nutzern einen Mehrwert und beweisen Ihre Kompetenz, was das Vertrauen in Ihre Marke stärkt.

Inbound Marketing unterstützt Sie durch gute Inhalte demnach dabei, sich einen Expertenstatus in Ihrem Geschäftsfeld zu erarbeiten. Das sorgt nicht nur für Wertschätzung und Anerkennung seitens Ihrer Kunden, sondern auch von Mitbewerbern und anderen Experten aus Ihrem Fachkreis.

Nach und nach werden Sie so zu einer schwer ersetzbaren Autorität.

Ziele des Inbound Marketings

Wie auch beim Outbound Marketing geht es beim Inbound Marketing letztendlich um die Erhöhung des Umsatzes. Der Weg dahin erfolgt beim Inbound Marketing jedoch wesentlich kundenorientierter, wodurch zahlreiche umsatzfördernde „Nebenziele“ erreicht werden:

  • Neukunden- und Leadgenerierung
  • Steigerung des Umsatzes
  • Langfristige Kundenbeziehungen
  • Aufbau des Markenimages
  • Steigerung der Markenbekanntheit
  • Erreichen eines Expertenstatus

Instrumente des Inbound Marketings

Inbound Marketing umfasst im Allgemeinen alle Gebiete des Online Marketings, die auf der Pull Strategie basieren. Laut der Marketingsoftware Hubspot sind dies insbesondere:

Content Marketing

Content Marketing steht im Mittelpunkt der gesamten Inbound Marketing Strategie und kann daher auch als Motor des Inbound Marketings betrachtet werden.

Inbound Marketing kann ohne guten Content und dessen zielgerichteter Verbreitung nicht funktionieren. Denn es fehlt die Basis, um das Interesse der Besucher zu wecken und sie entlang der Customer Journey mit passgenauen Inhalten immer weiter in den Sales Funnel zu schieben.

Suchmaschinenoptimierung (SEO und SEA)

Die Suchmaschinenoptimierung einer Webseite ist für erfolgreiches Inbound Marketing unverzichtbar. Denn der Rechercheprozess der meisten Nutzer beginnt über Suchmaschinen wie Google. Eine gute Google Platzierung für relevante Suchbegriffe ist damit eine hervorragende Möglichkeit, qualifizierte Besucher freiwillig auf Ihre Webseite zu locken.

Social Media Marketing

Viele Nutzer finden über eine Verlinkung in sozialen Netzwerken den Einstieg in eine Webseite. Auch Inbound Marketing nutzt daher die Möglichkeit der sozialen Medien, um wertvolle Inhalte viral zu verbreiten, mit Interessenten zu interagieren und einer Marke ein Gesicht zu geben. Inbound Marketing zielt darauf ab, aus Fans wiederkehrende Kunden und wertvolle Markenbotschafter zu machen.

Fokussieren Sie sich beim Social Media Marketing hauptsächlich auf soziale Netzwerke, in welchen Ihre idealen Käufer auch tatsächlich aktiv unterwegs sind.

Blogging

Aktives und gutes Blogging führt zu mehr Sichtbarkeit im Internet. Zum einen erscheint Ihre Webseite häufiger zu verschiedenen Suchanfragen bei Google, zum anderen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass besonders interessante Blog Artikel sich automatisch im Internet verbreiten. Das wiederum zieht noch mehr Nutzer auf Ihre Webseite, die Sie in Neukunden und Leads verwandeln können.

Um das volle Potenzial des Inbound Marketings auszunutzen, sollten Ihre Blogbeiträge so informativ und hilfreich wie möglich sein, damit Nutzer einen Mehrwert daraus ziehen können. Fokussieren Sie sich auf Blogthemen, die Ihre Zielgruppe passgenau ansprechen und mögliche Fragen kompetent beantworten.

Public Relations (PR)

Public Relations (PR) und Inbound Marketing haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Über gute PR können Sie allerdings Ihre Markenautorität und damit Ihr Image verbessern. Und je besser Ihr Image, desto wertvoller sind auch die durch Inbound Marketing angebotenen Inhalte.

Public Relations eignen sich damit also hervorragend, um den Inbound Marketing Prozess zusätzlich zu unterstützen.

E-Mail Marketing

Eines der wesentlichen Hauptziele von Inbound Marketing ist es, Kontaktdaten von Interessenten zu sammeln, um sie im weiteren Verlauf in Kunden zu konvertieren. Die häufigsten Kontaktdaten, die User online hinterlassen, sind ihre E-Mail Adressen. Zum Beispiel, um sich für einen Newsletter oder eine Demoversion zu registrieren.

Das Sammeln von E-Mail Adressen ist im Inbound Marketing äußerst wertvoll, da Sie so jederzeit wieder in Kontakt mit potenziellen Käufern treten können. E-Mails oder Newsletter eignen sich daher hervorragend, um sich Nutzern wieder ins Gedächtnis zu rufen und sie zu einem erneuten Besuch Ihrer Webseite zu bewegen.

Selbstverständlich sollten Sie E-Mail Adressen dabei nicht für reine Werbezwecke missbrauchen. Denn auch hier gilt beim Inbound Marketing, potenzielle Kunden durch ansprechende und nützliche Mailings zu reaktivieren.

Der Inbound Marketing Prozess

Der Inbound Marketing Ansatz wird in folgende vier Phasen unterteilt:

Inbound Marketing Hubspot

Phase 1: ANWERBEN – Anziehen statt anschreien

In der ersten Phase des Inbound Marketings geht es darum, Ihre Zielgruppe bei deren Rechercheprozess mit ansprechenden Inhalten zu erreichen und zu begeistern. Die eigene Website muss hierfür möglichst attraktiv sein, sodass Fremde aktiv und aus eigenem Antrieb zu ihr gelangen.

Der Inbound Marketing Funnel

Der Inbound Marketing Funnel (Trichtermodell) beschreibt die wichtigsten Phasen des Kunden entlang der Customer Journey. Nicht jeder Besucher, der aufgrund Ihrer Inhalte den Weg auf Ihre Webseite findet, verlässt den Trichter zwangsläufig als qualifizierter Lead am unteren Ende.

Inbound Marketing Funnel

Top of Funnel (TOFU)

Am oberen Ende des Inbound Marketing Funnels befinden sich alle Menschen, die zumindest einmal kurz auf Ihrer Webseite vorbeischauen. Hierzu gehören auch Besucher, die lediglich ohne eine Kaufbereitschaft nach Informationen suchen oder sich einfach nur auf Ihrer Webseite „verirrt“ haben. Nur ein Teil der Besucher gelangt weiter in den Inbound Marketing Funnel.

Middle of Funnel (MOFU)

In diesem Teil des Inbound Marketing Funnels befinden sich die Besucher, die bereits Interesse an Ihren Produkten oder Dienstleistungen entwickelt haben. Sie suchen in dieser Phase also bereits nach Lösungen für ein konkretes Problem und beschäftigen sich aktiv mit Ihrem Angebot. Viele Besucher sind in diesem Abschnitt bereit, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen.

Bottom of Funnel (BOFU)

Am Ende des Inbound Marketing Funnels befinden sich nun alle Besucher, die grundsätzlich bereit zum Kaufen sind. Viele schwanken noch zwischen verschiedenen Anbietern oder brauchen einen letzten Impuls, um sich endgültig für den Kaufabschluss zu entscheiden. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um beispielsweise die Kontaktdaten an den Vertrieb weiter zu reichen, der letzte Unsicherheiten des Leads beseitigen kann.

Die Inbound Marketing Strategie

1. Erstellen von Buyer Personas

Damit Sie Ihre Inbound Marketing Kampagne zielgerichtet ausrichten können, müssen Sie natürlich wissen, welche konkreten Personen Sie mit Ihren Inhalten überhaupt erreichen möchten und wie Ihnen das am besten gelingt.

Die Definition einer allgemeinen Zielgruppe reicht für effektives Inbound Marketing nicht aus, da sie einen Personenkreis nur recht oberflächlich beschreibt.

Im Inbound Marketing geht es aber immerhin darum, potenzielle Kunden im richtigen Moment mit dem richtigen Content abzuholen. Dies erfordert ein präzises Vorgehen und genaue Kenntnisse über das exakte Kaufverhalten Ihrer Wunschkunden.

Diese Präzision fehlt bei der Definition einer allgemeinen Zielgruppe, da viele Dinge nicht berücksichtigt werden können, die für die Kaufentscheidung des einzelnen Kunden jedoch ausschlaggebend sein können.

Nehmen wir als Beispiel die Zielgruppe „Alle Männer über 40, die beruflich erfolgreich sind und Kinder haben.“ Der berühmte Rapper Eminem und der amerikanische Präsident Donald Trump passen beide in diese Zielgruppe. Und doch werden die meisten zustimmen, dass wir sie nicht mit derselben Ansprache und denselben Content Formaten erreichen werden.

Stattdessen sollten Sie beim Inbound Marketing daher auf Buyer Personas setzen. Buyer Personas sind sozusagen fiktive Vertreter Ihrer allgemeinen Zielgruppe. Sie eignen sich hervorragend, um präzise Kundenprofile anzulegen, mit deren Hilfe Sie konkrete Bedürfnisse, Fragen und Probleme Ihrer typischen Kunden entlang ihrer Customer Journey aufdecken können.

Im Allgemeinen geht es bei der Buyer Persona um die Beantwortung u.a. folgender Fragen:

  • Welche Content Formate bevorzugt Ihr idealer Kunde? In welchen sozialen Netzwerken ist er aktiv unterwegs?
  • Wie geht Ihr Kunde beim Rechercheprozess vor? Welche Informationen sucht er konkret und über welche Kanäle? Wie wichtig sind ihm Testberichte oder Produktbewertungen?
  • Welche Emotionen spielen bei seiner Kaufentscheidung eine Rolle?
  • Welche Fragen beschäftigen ihn? Welche Bedürfnisse hat er und welche Vorteile bieten ihm Ihre Lösungen?

Unser kostenloses Buyer Persona Workbook kann Ihnen dabei helfen, die perfekte Buyer Persona für Ihre Inbound Marketing Strategie zu entwickeln.

2. Definition von SMART-Zielen

Ohne SMART-Ziele wird Inbound Marketing zur Glückssache. Daher sollten Sie von Anfang an langfristige Ziele festlegen, die Sie mit einer Inbound Marketing Strategie erreichen möchten. Der SMART-Ansatz kann Ihnen dabei helfen, konkrete Ziele zu definieren:

S-pecific (Spezifisch)

Die gesetzten Ziele müssen spezifisch und eindeutig beschrieben sein. Es reicht also nicht zu sagen: „Ich möchte mehr Leser auf meinem Blog haben.“ Richtig formuliert wäre es stattdessen: „Ich möchte innerhalb von 12 Monaten die Anzahl der Leser auf meinem Blog verdoppeln.“

Außerdem sollte genau festgelegt werden, mit welchen konkreten Content Arten die eigene Zielgruppe am besten erreicht werden kann. Manche Zielgruppen können beispielsweise über einen Blog besser erreicht werden, als über ein Video.

A-chievable (Erreichbar) und R-ealistic (Realistisch)

Die definierten Inbound Marketing Ziele sollten realistisch und damit erreichbar sein. „Ich möchte in einer Woche meinen Umsatz um 200% steigern.“ Ist definitiv unrealistisch.

M-easurable (Messbar)

Alle Inbound Marketing Ziele sollten messbar sein. Denn wie wollen Sie sonst herausfinden, ob Ihre Inbound Marketing Strategie aufgeht?

Definieren Sie hierfür alle wichtigen KPIs, die für die Erfolgsmessung relevant sind. Das kann zum Beispiel die Anzahl der Besucher sein, der Return on Investment (ROI), die Verweildauer uvm.

T-ime framed (Terminiert)

Die Ziele müssen in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden, also einen festen Endpunkt haben.

3. Aufgaben und Ziele festlegen

Für eine effektive Umsetzung der Inbound Marketing Strategie sollten Sie vorab folgende Fragen klären:

  • Soll eine Inbound Marketing Agentur beauftragt werden oder soll die Umsetzung durch ein internes Team erfolgen?
  • Wer kümmert sich um die Themenrecherche und den Redaktionsplan? Ist Ihre Freigabe erforderlich?
  • Wer kümmert sich um die Content Erstellung und um die Verbreitung des Contents?
  • Soll externe Software wie zum Beispiel Hubspot für die Marketing Automation eingesetzt werden?

4. Content Audit und Themenrecherche

Inbound Marketing lebt von guten Inhalten, die Nutzer als hilfreich und inspirierend empfinden. Um solche Inhalte zu erstellen, müssen Sie nicht zwangsläufig bei null anfangen.

Mithilfe eines Content Audits können Sie sich zunächst einen detaillierten Überblick über Ihre eventuell bereits bestehenden Webinhalte verschaffen. Insbesondere die Resonanz der jeweiligen Inhalte bei Ihrer Zielgruppe sollten Sie dabei genau unter die Lupe nehmen. Dies funktioniert natürlich nur, wenn Sie das Besucherverhalten auf Ihrer Webseite mithilfe von Webanalyse Tools wie Google Analytics nachverfolgen können.

Womöglich entdecken Sie auf Ihrer Webseite dabei Inhalte und Themen, die bei bisherigen Nutzern gut ankamen. Solche Inhalte erkennen Sie bei Google Analytics üblicherweise an einer hohen Anzahl an Seitenaufrufen und einer langen Verweildauer. Es lohnt sich auch, gleichzeitig Ihr Linkprofil zu analysieren, um herauszufinden, ob gewisse Inhalte besonders oft von anderen Webseiten verlinkt und empfohlen wurden. Content, der bereits gut performt, kann im Zuge der Inbound Marketing Strategie weiterverwendet bzw. weiter ausgebaut werden.

Ein Content Audit kann zudem Aufschluss darüber geben, welche Themen und Content Formate bei Ihrer Zielgruppe funktionieren und welche nicht. Diese Erkenntnis ist für die Themenrecherche Ihrer Inbound Marketing Strategie äußerst wertvoll. Denn immerhin geht es im Inbound Marketing ja darum, Wunschkunden mit nützlichen Inhalten zu erreichen und zu begeistern.

Inhalte und Themen, die kaum konsumiert werden oder eine hohe Absprungrate aufweisen, können Sie hingegen aussortieren.

Folgende Fragen können Ihnen bei der Themenrecherche helfen:

  • Existieren auf Ihrer Webseite bereits Themen/Inhalte, die gut performen? Welche sind das?
  • Was bewegt Ihre Zielgruppe? Welche Fragen beschäftigen sie?
  • Was sind aktuell interessante Trends in Ihrem Geschäftsfeld?
  • Welche Inhalte von Mitbewerbern stoßen bei Nutzern in sozialen Netzwerken auf besonders großes Interesse?
  • Welche Themen stoßen bei Ihrer Zielgruppe bisher eher auf geringes Interesse? Woran liegt das?
  • Welche Botschaft wollen Sie Ihrer Zielgruppe („unterschwellig“) mitteilen? Wie erreichen Sie das?

5. Content Produktion

Die Content Produktion ist im Grunde das Herz des Inbound Marketings. Mit ihr steht und fällt der Erfolg der gesamten Inbound Marketing Kampagne.

Hierbei geht es nicht nur um die Erstellung von (SEO-)Texten für Ihre Webseite. Egal, wie gut sie geschrieben sind: Mit Texten allein werden Sie Ihre Zielgruppe kaum begeistern können.

Es gilt, weitere Content Formate zu identifizieren, die von Ihrer Zielgruppe bevorzugt werden und die Ihr Angebot lebendiger machen. Infografiken, Tutorials, Videos, Whitepaper oder Checklisten können dabei helfen, vor allem komplexe Themen verständlicher darzustellen. Gut gemachte Infografiken oder ansprechende Erklärvideos werden zudem auch gerne freiwillig mit anderen geteilt.

Vergessen Sie außerdem nicht, warum Sie Inbound Marketing einsetzen: Weil Sie Kaufinteressierte auf ihrer Customer Journey mit nützlichen Inhalten abholen möchten. Verzichten Sie daher vollständig auf einen werblichen Ausdruck in Ihren Texten. Schreiben Sie in erster Linie nicht über sich oder Ihre Produkte, sondern geben Sie dem Nutzer die Informationen, die er wirklich benötigt. Denn der Leser sucht nicht nach Informationen über Sie, sondern nach Lösungen für seine aktuellen Probleme oder Bedürfnisse.

Weitere Tipps für Ihre Content Produktion:

  • Achten Sie auf eine gute Strukturierung Ihrer Inhalte
  • Bauen Sie Ihre Inhalte hierarchisch auf
  • Vermeiden Sie zu lange Absätze
  • Verwenden Sie ansprechende Überschriften
  • Verwenden Sie visuelle Content Formate und Listenaufzählungen, um Texte aufzulockern
  • Platzieren Sie Keywords sinnvoll innerhalb Ihrer Absätze und Überschriften
  • Erstellen Sie Ihre Inhalte stets für den Leser, nicht für Suchmaschinen
  • Verwenden Sie Themen Cluster

Was man unter Themen Cluster versteht, veranschaulicht folgendes YouTube Video von Hubspot:
https://www.youtube.com/watch?v=FAZT9Bnma9Q

Liste beliebter Content Formate

  • Texte, Blogartikel
  • Bilder, Grafiken, Infografiken, Videos
  • Tutorials, Ratgeber, Whitepaper, Checklisten, E-Books
  • Testberichte
  • Podcasts
  • Storytelling

6. Content Distribution

Bei der Content Distribution geht es darum, den produzierten Inhalt systematisch über relevante Kanäle zu verbreiten. Die Art der Content Distribution orientiert sich dabei in erster Linie an den verwendeten Content Formaten, den bevorzugten Kanälen der Buyer Persona und den Zielen, die Sie mittels Inbound Marketing erreichen möchten.

Die klassischen Kanäle hierfür werden nach Owned-, Earned- und Paid-Media differenziert.

Earned Media Kanäle

Auf Earned Media Kanäle haben Sie in der Regel keinen direkten Einfluss. Die Verbreitung Ihres Contents über Earned Media Kanäle erfolgt meistens über Dritte, die Ihre Arbeit wertschätzen und freiwillig darüber berichten. Wie der Name bereits suggeriert, müssen Sie sich die Content Distribution über Earned Media also zunächst „verdienen“. Als mögliche Kanäle zählen hier alle Fremdmedien, wie die Erwähnung Ihres Unternehmens in einem externen Blog, die virale Verbreitung über Social Media, Presseberichte, Online Bewertungen usw.

Owned Media Kanäle

Hierzu gehören alle unternehmenseigenen Kanäle, die Sie selbst unter Kontrolle haben. Das können die eigene Webseite oder der eigene Blog sein, der eigene Newsletter, eigene Podcasts, aber auch das Facebook Profil oder der YouTube Kanal.

Paid Media Kanäle

Hierzu gehören alle Channels, auf denen Sie Ihre Inhalte gegen Bezahlung schalten und promoten können. Hierzu zählen vor allem Google und Facebook Ads, YouTube Werbung, Display Werbung jeglicher Art und Native Ads wie bezahlte Produktplatzierungen bei Influencern. Es gilt nun herauszufinden, auf welchen Kanälen und mit welchem Content Sie Ihre Zielgruppe, in welcher Phase entlang ihrer Customer Journey, am effektivsten erreichen. Folgende Grafik kann Ihnen dabei helfen, geeignete Kanäle für Ihre Inbound Marketing Strategie zu identifizieren:

customer journey kanäle

Quelle: https://www.sem-deutschland.de/inbound-marketing-agentur/online-marketing-glossar/customer-journey/

7. Erfolgsmessung und Analyse

Für welche Unternehmen lohnt sich eine Inbound Marketing Agentur?

Die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile des Inbound Marketings sind natürlich für die meisten Unternehmen äußerst attraktiv. Dennoch ist die Zusammenarbeit mit einer Inbound Marketing Agentur nicht für jedes Angebot sinnvoll. Sogenannte “Low Involvement” Ware benötigt beispielsweise keine große Entscheidungsfindung. Hierunter fallen Artikel wie Schuhe, Kleider, Accessoires usw.

Für Onlineshops, die ausschließlich mit Waren mit kurzer Entscheidungsfindung handeln, ist eine Inbound Marketing Agentur also nicht unbedingt die ideale Lösung.

Inbound Marketing ist vor allem für Investitionen sinnvoll, die eine hohe Beratungsintensität und/oder einen intensiven Entscheidungsprozess aufweisen. Das können beispielsweise sehr kostenintensive, erklärungsbedürftige oder individuelle Produkte sein.
Der Erfolg der Inbound Marketing Strategie hängt auch nicht ausschließlich vom Einsatz unserer Inbound Marketing Agentur ab. Vielmehr erfordert Inbound Marketing stellenweise eine komplette Umstrukturierung und ein langfristiges Umdenken innerhalb des gesamten Unternehmens. Um das Potential des Inbound Marketings voll auszuschöpfen, müssen so beispielsweise Vertrieb und Inbound Marketing Agentur perfekt aufeinander abgestimmt sein und als Team zusammenarbeiten.

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