Die ersten 10 Sekunden beim Website-Einstieg – worauf kommt es an?

Website Einstieg

Die ersten Sekunden nach dem Besuch einer Website entscheiden darüber, ob der Nutzer tiefer einsteigt oder die Seite wieder verlässt. Mit ein paar einfachen Tipps können Sie Absprungraten reduzieren und Ihre Conversions sichtbar steigern. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, worauf es in den ersten 10 Sekunden beim Website-Einstieg ankommt.

1.Relevanz – Worum geht es hier und bringt mir das was?

Bereits beim Website-Einstieg sollte der Nutzer innerhalb weniger Sekunden das Thema der Website klar erkennen. Um Relevanz zu schaffen und den Bedarf des Besuchers zu wecken, eignen sich insbesondere eine ansprechende Hauptüberschrift, ein aussagekräftiges Foto („Hero Shot“), die Vorteilskommunikation und natürlich auch Glaubwürdigkeit.

Aussagekräftige Hauptüberschrift

Nach wie vor wird der Hauptüberschrift auf einer Website viel zu wenig Beachtung geschenkt und durch schwache Überschriften die Conversion in den Keller getrieben. Dabei ist die Hauptüberschrift nicht nur für den Besucher der Website ein wichtiger Orientierungspunkt, sondern auch für Suchmaschinen wie Google. Sowohl Nutzer als auch Suchmaschinen ordnen eine Website anhand der Hauptüberschrift einem bestimmten Thema zu. Deswegen sollte die Hauptüberschrift das Thema der Website klar benennen und das Hauptkeyword beinhalten. Wichtig ist es, dass Sie bei der Hauptüberschrift auf den Punkt kommen. Sie sollte daher maximal zwei Zeilen lang sein und das Thema klar und verständlich präsentieren, ohne sich in viel zu kreativen oder schwammigen Formulierungen zu verlieren. Die Worte, die bei einer Überschrift am Anfang und am Ende stehen, erhalten dabei übrigens die meiste Aufmerksamkeit. Pronomen oder sonstige inhaltslose Wörter sollten an diesen Stellen daher vermieden werden.

Wir haben in unserem Blog einen Leitfaden erstellt, wie Sie eine gute Überschrift gestalten.

Aussagekräftiges Foto – „Hero Shot“

Vor allem auf modernen Seiten ist das erste, was uns beim Website-Einstieg ins Auge sticht, ein großformatiges Bild. Dieses Hauptbild ist auch bekannt unter dem Begriff „Hero Shot“. Da Bilder von Nutzern schneller verarbeitet werden als Texte und auch viel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sollte der Hero Shot sorgfältig gewählt werden. Denn auch er entscheidet zum großen Teil darüber, ob ein Nutzer sich angesprochen fühlt oder schlimmstenfalls ein negatives Gefühl beim Website-Einstieg erhält. Der Hero Shot sollte stets das eigene Angebot positiv verstärken und den Nutzer emotional aufladen.

Bei der Wahl des richtigen Motivs kommt es natürlich immer auf das jeweilige Angebot an. Grundsätzlich lösen Bildmotive mit Menschen stärkere Emotionen bei uns aus. Sehen wir, wie andere Menschen glücklich mit einem Produkt oder einer Dienstleistung sind, beziehen wir dieses positive Gefühl automatisch auf uns selbst. Wichtig ist jedoch, dass die Menschen auf den Fotos authentisch wirken. Bilder mit einem künstlich wirkenden Lächeln könnten eher abschreckend wirken und das Vertrauen reduzieren, da wir uns nicht ernst genommen fühlen.

Menschen mit negativen Emotionen sollten grundsätzlich als Bildmotiv vermieden werden. Negative Emotionen verkaufen nicht. Stattdessem sollten Sie sich die Frage stellen, welches Gefühl Sie beim Besucher mit Ihrem Angebot auslösen möchten. Werben Sie beispielsweise für eine Nachhilfeschule sollte die Wahl des Hero Shots nicht auf ein trauriges Kind fallen. Zeigen Sie stattdessen ein Kind, das aufgrund der besseren Noten vor Freude strahlt.

Auch bei beispielsweise einer Fußpflege sollten Sie keine ungepflegten oder kranken Füße zeigen. Überzeugen Sie den Besucher stattdessen davon, dass er genauso schöne und gepflegte Füße haben möchte wie diejenigen, welche auf dem Hero Shot abgebildet sind.

Vorteilskommunikation

Wenn die Hauptüberschrift und der Hero Shot den Besucher überzeugen konnten, geht es zur nächsten Frage, die er sich stellen wird. Was bringt ihm Ihr Angebot? Welche Vorteile hat er dadurch? Bestenfalls sollte die Vorteilskommunikation dort platziert werden, wo der Besucher sie sieht ohne scrollen zu müssen. Wenn das nicht möglich ist, sollten die Vorteile so weit oben auf der Seite wie möglich platziert werden.

Auch die Vorteile sollten auf den Punkt gebracht werden. Kurze und verständliche Formulierungen sind hier ideal. Die Vorteile sollten dem Besucher zudem direkt in den Blick fallen, weswegen man diese durch eine entsprechende Gestaltung vom Rest der Seite hervorstechen lassen sollte. Zum Beispiel in Form von Aufzählungslisten oder mit Icons (z.B. mit einem grünen Häkchen davor).

Glaubwürdigkeit

Wenn Sie sich als innovatives Technik-Unternehmen präsentieren möchten, dann passt es ganz und gar nicht ins Bild, wenn Sie Ihre Website zuletzt im Jahr 2008 aktualisiert haben. Wer also von den Besuchern als innovativ wahrgenommen werden möchte, sollte auch seine Website entsprechend gestalten.

Generell sollte das Design zur entsprechenden Branche passen und die Website nicht überfüllt sein mit diversen Bannern, Laufschriften, blinkenden Animationen oder sonstigen aus der Mode gekommenen Elementen. Achten Sie auch auf eine stimmige Farbauswahl. Es wird Sie niemand als seriösen Rechtsanwalt oder luxuriöse Modemarke wahrnehmen, wenn Sie eine kunterbunte Website haben und überall etwas aufblinkt.


 

2.Wer ist der Anbieter und kann ich ihm vertrauen?

Ist das Interesse des Nutzers erstmal geweckt, dann wird er mehr über das Unternehmen erfahren wollen, welches hinter dem Angebot steckt. Vor allem in Onlineshops sind gut sichtbare vertrauensbildende Elemente daher enorm wichtig und beeinflussen die Conversion Rate.

Logo

Jedes Unternehmen sollte über ein ansprechendes Logo verfügen, das zum eigenen Angebot passt und Wiedererkennungswert hat. Dieses sollte gemäß der Nutzererwartung links oben auf der Website platziert sein und eine angemessene Größe haben. Es sollte nicht so klein sein, dass man die Augen anstrengen muss um es zu erkennen, aber auch nicht zu groß, da dies angeberisch wirken kann.

Logos von anderen Unternehmen

Wurde man mit seinem Unternehmen bereits in Medien erwähnt oder ist man Mitglied verschiedener Organisationen, sollte man das Logo der entsprechenden Unternehmen gut sichtbar platzieren. So transferiert man einen Teil des Vertrauens in diese meist bekannten Marken auf die eigene Marke.

Anonymität vermeiden

Zeigen Sie, dass Sie für den Nutzer da sind, wenn es zu Problemen kommt und geben Sie dem Unternehmen ein Gesicht. Vor allem in anonymen Internet wissen Nutzer es zu schätzen, wenn sie das Gefühl bekommen, es mit echten Menschen zu tun zu haben. In jedem Fall sollte es eine „Über uns“-Seite geben und idealerweise auch Bilder von Mitarbeitern und/oder der Geschäftsleitung. Beim Website-Einstieg wirkt es vertrauenerweckend, wenn der Besucher direkt in der Kopfzeile eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse vorfindet. Vielleicht möchte er diese nicht sofort in Anspruch nehmen, dennoch gibt ihm das unterbewusst eine gewisse Sicherheit.

Bewertungen und Auszeichnungen

Auch Bewertungen beispielsweise von Proven Expert sollten ständig für den Nutzer sichtbar sein, indem das Bewertungssiegel am Rand der Website fixiert wird. Auch besondere Auszeichnungen oder Siegel (z.B. Trusted Shops, Stiftung Warentest usw.) sollte ein Besucher bereits beim Website-Einstieg sehen.

Sinnvoll kann zudem der Einsatz sogenannter Social Proof Elemente sein, die Sie dezent in der Kopfzeile erwähnen. Einige Beispiele hierfür wären:

  • 1.000+ zufriedene Kunden
  • 25 Standorte deutschlandweit
  • Täglich mehr als 300 Verkäufe
  • Letzte Anfrage vor 10 Minuten

 

3. Eyetracking nutzen

Eyetracking beschäftigt sich damit, welche Bewegungen die Augen eines Nutzers beim Betrachten einer Website durchführen. Mittels verschiedenster Software lassen sich anhand solcher Eyetracking-Analysen Webseiten optimieren und passen sich so besser auf das Nutzerverhalten an.

Heatmaps sind z.B. ein beliebtes Tool um zu ermitteln, an welchen Stellen der Website die Aufmerksamkeit am höchsten ist und welche Inhalte von Besuchern eher weniger wahrgenommen werden.

Die Ecke links oben

Da die westlichen Kulturen daran gewöhnt sind, von oben nach unten und von links nach rechts zu lesen, ist die obere linke Ecke beim Öffnen einer unbekannten Website meistens das Erste, wo der Besucher hinschaut. Hier erwarten Nutzer für gewöhnlich ein Logo mit dem Unternehmensnamen, weswegen das eigene Unternehmenslogo stets links oben platziert werden sollte.

Nutzer scannen Webseiten wie ein F

Sie starten oben links, fahren nach rechts. Dann zurück, nach unten, wieder nach rechts (ein Stückchen weniger als zuvor), wieder zurück und ab nach unten. Am besten positioniert man die Kerninformationen an den Schlüsselpositionen, dort wo das Auge Pause macht und umkehrt. Subheadlines und Aufzählungszeichen helfen dabei, den Leser weiterlesen zu lassen. Hier kann man den Nutzer zu bestimmten Zielen führen.

Gut gestaltete Schaltflächen und Buttons

Nutzer verbringen viel Zeit mit der Suche nach Schaltflächen und Menüs. Eine übersichtliche Navigation ist daher ein wichtiger Bestandteil einer Webseite. Wenn der User nach Schaltknöpfen suchen muss, verlässt er irgendwann frustriert die Website. Die eigene Navigation sollte daher gut sichtbar, lesbar, kurz und verständlich sein.

Vertreiben Sie beispielsweise ein Softwareprodukt und bieten Sie Interessenten eine kostenlose Demoversion an, sollten Sie diese direkt beim Website-Einstieg darauf hinweisen. Am besten eignet sich hierfür ein gut sichtbarer Call-to-Action-Button wie „Jetzt 30 Tage kostenlos testen“ oder ähnliches. Das weckt das Interesse des Nutzers und kann Conversions in die Höhe schnellen lassen.

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Erik 15. August 2018