Onepager – wofür sie geeignet sind und wofür nicht

Was ist ein Onepager?

Als Onepager werden Webseiten bezeichnet, die aus nur einer einzigen HTML-Seite bestehen und keine Unterseiten besitzen.

Auf einer Onepage Website werden alle Inhalte auf einer langen, nach unten laufenden Seite präsentiert. Die einzelnen Themenbereiche sind meistens optisch voneinander abgegrenzt, z.B. indem unterschiedliche Hintergrundfarben verwendet werden. Diese einzelnen Sektionen sind entweder durch das Runterscrollen erreichbar, oder mithilfe von Sprungmarken über die Navigationsleiste direkt ansteuerbar.

Wofür sind Onepager geeignet?

Onepager eignen sich dann, wenn das Thema der Website klar eingrenzbar und die Menge an Informationen überschaubar ist. Die Reduzierung auf ein Kernthema und dessen wichtigste Fakten machen Onepager vor allem für Unternehmen interessant, die einzelne Kampagnen, Projekte oder Events vorstellen möchten. Sie fungieren aber oft auch als Landingpage, zum Beispiel bei Produktneueinführungen oder wenn Besucher gezielt dazu bewegt werden sollen, freiwillig ihre Kontaktdaten zu hinterlassen, beispielsweise wenn sie dafür ein kostenloses E-Book erhalten.

Darüber hinaus eignen sich Onepage Websites aber auch als eine Art digitale Visitenkarte. Deswegen werden sie insbesondere von kleineren Firmen oder Freiberuflern eingesetzt, die ihre Leistungen kurz und übersichtlich präsentieren möchten.

Die Vorteile von Onepagern gegenüber klassischen Websites

Fokussierung auf das Wesentliche

Durch die übersichtliche und klar strukturierte Aufbereitung der Inhalte werden Besucher nicht mit Informationen erschlagen. Onepager konzentrieren sich auf die wesentlichen Details eines Themas. Nutzer müssen sich so nicht durch Unterseiten klicken, um die gewünschten Informationen zu suchen, sondern erhalten alles Wissenswerte auf einer einzigen Seite präsentiert. Dadurch wird der Lesefluss nicht gestört, was die User Experience mit der Seite insgesamt positiv beeinflussen kann.

Höhere Conversion Rate

Durch den zielgruppenspezifischen und aufeinander abgestimmten Inhalt einer Onepage Website werden Besucher an die Hand genommen und gezielt durch die Seite geführt. Der Nutzer verliert durch die intuitive Bedienung nie die Orientierung, was die User Experience mit der Seite intensivieren kann.

Durch die fokussierte Ansprache und die Schaffung eines „roten Fadens“ erzielen Onepager meistens auch deutlich höhere Conversion Rates als Webseiten mit klassischem Aufbau. Dies ist insbesondere darauf zurück zu führen, dass Onepager hervorragend dafür genutzt werden können, um Besucher durch einen perfekt aufeinander abgestimmten Argumentationsaufbau auf ein konkretes Ziel hinzusteuern. Durch eine Handlungsaufforderung (Call-to-action), meistens am unteren Ende der Seite, werden User so beispielsweise zu einer Kontaktaufnahme bewegt und sind durch die positive User Experience auch eher bereit dazu.

Längere Verweildauer

Interessant und geschickt aufbereitet, kann die Verweildauer auf Onepagern wesentlich höher ausfallen als auf einer klassischen Webseite. Die Integration von Videos oder interaktivem Content kann dies noch zusätzlich verstärken.

Eine hohe Verweildauer ist für Google ein positives Signal dafür, dass Nutzer sich auf Ihrer Webseite wohl fühlen und Sie hochwertige Inhalte bereitstellen. Dies kann sich positiv auf das Ranking Ihrer Webseiten bei Suchmaschinen auswirken.

Schnellere Webseiten-Umsetzung

In der Regel sind Onepager deutlich kostengünstiger und schneller umzusetzen, als komplexe Webseiten mit umfangreichen Navigationsebenen.

Hier kommt es jedoch auch stark darauf an, über welche Features die Onepage Website verfügen soll. Ohne ein gutes Konzept und ein paar ansprechende Animationen bzw. Effekte wirken Onepager schnell inhaltslos und langweilig. Da Onepager im Vergleich zu herkömmlichen Webseiten deutlich weniger Platz zur Verfügung haben, muss dieser auch bestmöglich genutzt werden. Diese Herausforderung sorgt dafür, dass die Entwicklung eines Konzepts durchaus mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als dies bei gewöhnlichen Webseiten der Fall ist.

Typische Elemente, die auf Onepagern eingesetzt werden

Parallax Scrolling

Als typisches Element auf Onepagern begegnet uns das beliebte Parallax Scrolling. Beim Scrollen bewegen sich Bilder oder einzelne Ebenen der Website mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, was beim Betrachter den Eindruck von Tiefe bzw. Dreidimensionalität erzeugt.

Gut gemachtes Parallax Scrolling kann so das Interesse und die Begeisterung des Besuchers wecken. Das Hervorrufen des Parallax Effekts erfordert die Interaktion durch den User, beispielsweise indem dieser scrollt oder die Maus über den Bildschirm bewegt. Ist der Parallax Effekt besonders interessant, möchten User ihn öfter bewusst hervorrufen. Sie interagieren also freiwillig mit der Website, was meistens für eine längere Verweildauer sorgt.

BEISPIELE

Storytelling

Durch den ungestörten Lesefluss eignen sich Onepager hervorragend für Storytelling – also das Erzählen einer Geschichte, die mit dem angebotenen Produkt oder der Dienstleistung in Verbindung steht.

Gut durchdachtes Storytelling spricht den Nutzer emotional an, weckt seine Neugier und kann die User Experience so auf elegante Art verstärken. Die Aufmerksamkeit des Nutzers kann auf zentrale Informationen gelenkt werden, wodurch er am Ende der Geschichte häufig zu einer Handlung aufgefordert wird, wie das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder der Kauf eines Produktes.

BEISPIELE

Interaktive Infografiken

BEISPIELE

Smooth Scrolling                  

BEISPIELE

Zeitverzögertes Einblenden von Inhalten

Das zeitverzögerte Einblenden (Lazy Load) der Inhalte während des Runterscrollens kann eine Onepage Website dynamischer und lebendiger wirken lassen. Da viele Onepager ohne diese dezente Animation schnell langweilig wirken können, kommt dieser Effekt auf den meisten Onepagern zum Einsatz. Zudem trägt die Verwendung von Lazy Load auf Onepagern zu einer schnelleren Ladezeit bei. Denn die Inhalte werden nicht direkt beim Aufruf der Website vollständig geladen, sondern erst dann, wenn sie in den Viewport des Benutzers gelangen. Vor allem bei bildlastigen Onepagern kann dies die Performance der Seite spürbar verbessern.

BEISPIELE

Nachteile von Onepagern

Suchmaschinenoptimierung

Durch die nicht vorhandenen Unterseiten kann man einen Onepager stets nur für ein Hauptkeyword und dessen themenverwandte Nebenkeywords optimieren.

Für Unternehmen, die Google als wichtiges Akquisewerkzeug betrachten, sind Onepager daher ungeeignet.

Ladezeiten

Langsame Ladezeiten werden vorwiegend durch eine hohe Anzahl an Bildern, Videos oder Animationen hervorgerufen. All diese Elemente sind bei einer Onepage Website allerdings notwendig, um sie lebendig wirken zu lassen. Dies kann einen negativen Einfluss auf die Ladezeit der Website haben.