Google Disavow Datei – schädliche Backlinks erkennen und entwerten

google disavow
()

« Zurück zum Glossar

Was ist die Google Disavow Datei?

Mithilfe der Google Disavow Datei kann dem Suchmaschinenriesen mitgeteilt werden, dass er bestimmte Backlinks bei der Bewertung des eigenen Suchmaschinenrankings nicht beachten soll.

Wann sollte die Google Disavow Datei eingesetzt werden?

Die Anzahl und Qualität der Backlinks der eigenen Seite sind für Google nach wie vor ein wichtiges Kriterium für die Bewertung einer Website. Seit dem Ausrollen des Google Penguin Updates werden jedoch nicht mehr alle Backlinks gleich gewertet.

Backlinks minderwertiger Qualität können dem eigenen Linkprofil schaden und damit auch eine gute Google Platzierung gefährden. Schädliche Backlinks können auf unterschiedliche Weise zustande kommen:
◾ Sie haben Backlinks von unseriösen Anbietern gekauft
◾ Sie haben selbst massenweise minderwertige Backlinks erstellt, beispielsweise mithilfe von Software, die automatisiert Backlinks generier
◾ Sie haben Backlinks von Webseiten erhalten, die von Google abgestraft wurden (Bad Neighbourhood)
◾ Ihre Konkurrenz hat Ihre Webseite absichtlich auf minderwertigen Webseiten platziert, um Ihr Ranking negativ zu beeinflussen

Um solche schlechten Backlinks wieder loszuwerden, können Sie den Webmaster der jeweiligen Seite kontaktieren und um eine Löschung des Backlinks bitten. In den meisten Fällen werden Sie jedoch vermutlich keine Reaktion auf Ihre Anfrage bekommen.

Mithilfe des Disavow Tools können Sie Google aber dennoch anweisen, bestimmte Backlinks zu ignorieren. Die Backlinks bleiben dann zwar auf der jeweiligen Anbieterseite stehen, werden von Google allerdings entwertet bzw. für ungültig erklärt.

Mögliche Risiken bei der Verwendung des Disavow Tools

Es kommt relativ häufig vor, dass vor allem unerfahrene Webmaster einen Backlink fälschlicherweise als schädlich einstufen. Eigentlich starke Backlinks werden daher oft „ausversehen“ mit der Disavow Datei entwertet.

Dementsprechend sollten Sie nur Backlinks in die Disavow Datei mit aufnehmen, bei denen Sie sich 100% sicher sind, dass diese Ihrem Ranking schaden.

Stellen Sie einige Wochen oder Monate nach dem Upload der Disavow Datei fest, dass sich Ihr Ranking verschlechtert, obwohl es sich verbessern sollte, könnte es also daran liegen, dass Sie einen Link entwertet haben, der von Google durchaus als positiv eingestuft wurde.

Woran erkenne ich minderwertige Backlinks?

Damit Sie schädliche Backlinks erkennen können, benötigen Sie zunächst ein Tool, welches Ihnen alle Backlinks Ihrer Webseite auflistet. Google selbst bietet in der Google Search Console eine Übersicht aller eingehenden Verlinkungen zu Ihrer Webseite. Klicken Sie hierfür links im Menü auf den Punkt “Links”:

Externe Links prüfen Google Search Console

Toxische Backlinks zu identifizieren ist nicht immer einfach und in der Regel sehr zeitaufwändig. Für ein sauberes Linkprofil sollten Sie sich allerdings die Mühe machen, jeden Backlink einzeln zu überprüfen und die verlinkenden Webseiten genau unter die Lupe zu nehmen. Es gibt einige Indizien, woran Sie schädliche Backlinks erkennen:

◾ Die verlinkende Webseite hat keine thematische Relevanz zu Ihrer Seite
◾ Die verlinkende Seite hat eine übermäßig hohe Anzahl an externen Verlinkungen (auch Linkschleuder genannt)>
◾ Auf der verlinkenden Seite befinden sich Ausdrücke, die eindeutig auf Spam hinweisen, z.B. „Viagra“, „Sex“, „Porno“ oder Begriffe aus Glücksspielen
◾ Die verlinkende Webseite enthält extrem viel Werbung
◾ Die Inhalte und/oder das Design der verlinkenden Webseite sind veraltet bzw. überhaupt nicht mehr zeitgemäß
◾ Die verlinkende Webseite macht allgemein einen unseriösen Eindruck
◾ Die verlinkende Webseite hat selbst sehr viele schlechte Backlinks
◾ Die verlinkende Webseite hat einen sehr niedrigen Trust Flow (kann mit dem Online Tool Majestic kostenlos geprüft werden)
◾ Die verlinkende Webseite wurde offensichtlich gehackt oder enthält Malware
◾ Der Backlink befindet sich nicht innerhalb eines hochwertigen Textes, sondern „lose“ im Footer oder in der Sidebar der Webseite
◾ Backlinks von fremdsprachigen Webseiten (eine deutsche Webseite sollte zum Beispiel nicht zu viele Backlinks von russischen oder chinesischen Seiten enthalten)>
◾ Ihr Linkprofil enthält Backlinks mit verhältnismäßig vielen unnatürlichen Ankertexten (z.B. fast ausschließlich Linktexte mit Money Keywords)
◾ Backlinks in Foren, die von Nutzern kaum mehr aktiv verwendet werden
◾ Backlinks aus Linktauschprogrammen
◾ Die verlinkende Domain ist bei Google nicht indexiert (hierbei könnte die Ursache eine Google Penalty sein)

Nicht immer muss die Domain als Ganze dabei negativ auffallen. Es kann sich durchaus um eine vertrauenswürdige Webseite handeln, welche aber über einzelne minderwertige Unterseiten verfügt. Befindet sich Ihr Backlink nun auf solch einer Unterseite, kann er dennoch schädlich sein, auch wenn die Webseite als solche einen seriösen Eindruck macht oder von einem namhaften Anbieter stammt.

Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Seitenbetreiber vergisst, die Kommentarfunktion unter einem Blogartikel auszublenden. Schnell nutzen Spammer die Gelegenheit, um massenweise Backlinks zu meistens themenfremden Seiten zu setzen. Befindet sich nun auch ein Backlink zu Ihrer Webseite auf jener Unterseite, kann sich das negativ auf Ihr Linkprofil auswirken.

Sie sollten bei der Analyse Ihres Linkprofils also stets genau die Unterseite(n) betrachten, auf welchem Ihr Backlink auch tatsächlich platziert ist.

Disavow mittels Tools Xovi

Einige kostenpflichtige Tools wie Xovi erkennen toxische Backlinks automatisch und geben einen entsprechenden Hinweis auf die Gefährdungsstufe. Mit einem Klick können Sie sich von dem jeweiligen Tool dann die Disavow Datei automatisch generieren lassen.

Doch hier gilt, dass Sie sich nicht immer allein auf die Beurteilung der Software verlassen sollten. Bewerten Sie im Zweifel einen Backlink selbst, damit Sie nicht ausversehen aufgrund einer fehlerhaften Beurteilung einen eigentlich starken Backlink in die Disavow Datei packen.

Google Disavow Datei manuell erstellen

Alternativ können Sie die Google Disavow Datei natürlich auch manuell erstellen. Hierfür benötigen Sie einen einfachen Texteditor, wie beispielsweise den Standardeditor von Microsoft:

Texteditor Windows

Tragen Sie in die Datei nun alle Backlinks untereinander ein, die Sie entwerten lassen möchten.

Hierbei stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

Alle Backlinks auf der gesamten Domain entwerten

Haben Sie einen oder mehrere Backlinks von einer insgesamt minderwertigen Webseite, können Sie alle Backlinks dieser Domain für ungültig erklären lassen. Geben Sie hierfür einfach die entsprechende Domain in der Disavow Datei wie folgt ein:

domain:www.spam.de
domain:www.spam1.de
domain:www.spam12.com

Backlinks auf einzelnen Unterseiten der Domain entwerten

Es kann auch sein, dass Sie bloß Backlinks auf einer einzelnen Unterseite bzw. URL innerhalb einer bestimmten Domain entwerten lassen möchten. In diesem Fall tragen Sie nur die konkrete URL ein, die von Google nicht mehr gewichtet werden soll:

https://www.spam.de/unterseite1
https://www.spam.de/unterseite2

Die fertige Disavow Liste könnte wie folgt aussehen:

Google Disavow Datei erstellen

Speichern Sie die Liste unter dem Namen „Disavow.txt“ ab. Den Dateinamen können Sie grundsätzlich frei wählen, die Dateiendung muss allerdings .txt sein.

Google Disavow Datei einreichen

Um die Datei einzureichen, müssen Sie Ihre Inhaberschaft für Ihre Domain in der Google Search Console verifiziert haben.

Rufen Sie dann das Google Disavow Tool auf: Direkter Link zum Disavow Tool

Wählen Sie im linken Dropdown-Menü die Domain aus, für welche Sie Backlinks entwerten lassen möchten und klicken Sie anschließend auf den roten Button mit der Aufschrift „Links für ungültig erklären lassen“.

Google Disavow einreichen

Im sich öffnenden Fenster können Sie nun die zuvor erstellte Disavow.txt Datei hochladen. Klicken Sie dann auf „Senden“.

Google Disavow einreichen

Möchten Sie die Liste in Zukunft um weitere Einträge ergänzen, können Sie die vorhandene Liste herunterladen, bearbeiten und anschließend aktualisiert wieder hochladen. Es kann immer nur eine einzige Disavow Datei eingereicht werden.

Sollte ich auch nofollow Links mit in die Datei nehmen?

Backlinks mit dem nofollow Attribut werden von Google ohnehin nicht bewertet. Daher müssen diese auch nicht zwangsläufig in der Disavow Datei aufgeführt werden. Es bringt allerdings auch keine negativen Konsequenzen mit sich, wenn Sie dennoch minderwertige nofollow Backlinks mit in die Liste schreiben.

« Zurück zum Glossar

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl Bewertungen:

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Enquire now

Give us a call or fill in the form below and we will contact you. We endeavor to answer all inquiries within 24 hours on business days.